Apple Music | Tidal | Deezer | Bandcamp | more
freier Download via Bandcamp
(mp3, FLAC, AAC, Ogg Vorbis, ALAC, WAV, AIFF)
Musik: Fortuna Kevin
Texte: Dirk Rosinski, Stefan Kurzmann
Bass, Gesang: Dirk Rosinski
Gitarre, Gesang: Stefan Kurzmann
Schlagzeug: Stephan Krämer
Aufnahmen: Thomas Kastning (Loudsneaker Studio Berlin), Stefan Kurzmann
Produktion, Mixing: Stefan Kurzmann
Mastering: Hannes Rackow
Covergestaltung: Fortuna Kevin
Coverfoto: Eyk Deutschmann
Blip © 2025 by Fortuna Kevin ist lizensiert unter CC BY-NC-ND 4.0
Indiesker Bluesrock, Grunge und Punk in Kombination mit jazzig-lässigen Grooves – so kennen und lieben wir Fortuna Kevin seit ihrer Gründung kurz vor der Coronaseuche und so sind sie nun endlich auch auf ihrem langersehnten ersten Release „Blip“ zu erleben.
Bereits der Rough Mix, der kurz nach den Aufnahmen im Freundeskreis die Runde gemacht hatte, klang extrem vielversprechend, weil Fortuna Kevin es gemeinsam mit Tom Kastning vom Loudsneaker Studio in Berlin geschafft hatten das zu konservieren, was die Band live auszeichnet: Grandioses Songwriting gepaart mit musikalischer Finesse und hemmungsloser Spielfreude.
In die klassische Post-Production-Falle (wie man aufgrund der seit den Aufnahmen vergangenen Zeit befürchten könnte) sind sie zum Glück nicht getappt – die Songs wurden durch wohltemperiertes Overdubbing ganz und gar nicht in ihrem Wesen verändert, sondern “lediglich” stilistisch geschärft und aufgewertet. Vor allem der progressive Touch der Band, der einen immer mal wieder in die 70er Jahre zurückversetzt, tritt so noch deutlicher hervor.
Dazu trägt auch die generelle Atmosphäre der Veröffentlichung bei, denn „Blip“ ist (auch wenn nur einer der Titel tatsächlich diesen Namen trägt) im Grunde ein einziges Roadmovie.
Die fragmentarischen Lyrics, deren Sinn sich (vermutlich) nicht jedem immer (gleich) erschließt, erzeugen durchweg starke Bilder, die wie Schlaglichter links und rechts der Fahrbahn auftauchen. Eine Scheune hier, Muscheln am Strand da, dazu die goldene, aber mitunter unbarmherzige Sonne, schwarze Witwen und Beton. Diese Bilder oder vielmehr Begegnungen sind durchaus nicht immer angenehm, werden von Fortuna Kevin jedoch mit der Gelassenheit und Abgeklärtheit von jemandem zur Kenntnis genommen (und hinter sich gelassen), der die Strecke definitiv nicht das erste Mal fährt. Such ist life – man weiß, worauf man sich eingelassen hat und findet es eigentlich ganz okay so. Zumindest meistens.
Und auch musikalisch sind das eher vertraute Straßen, die Fortuna Kevin bevorzugt. Berechenbar oder gar langweilig wird es trotzdem nicht, denn mit Fortuna Kevin unterwegs zu sein bedeutet, schon aus Prinzip nicht den kürzesten Weg zu nehmen, sich ein Stück weit treiben zu lassen und immer auch den einen oder anderen Abstecher einzuplanen. Wie bei „Roadmovie“, welches wie der Soundtrack für einen Agentenfilm aus den 70ern beginnt, um sich nach einem Zwischenstopp im Indie Rock am Ende den Riots von Maschinenstürmern aus den frühen 90ern anzuschließen. Oder dem fulminanten „Miami“, das so klingt, als ob Shellac sich für eine Session in der Prärie getroffen haben. Nur um festzustellen, dass ihre Musik dort ganz anders klingt und ein seltsames Eigenleben entwickelt.
Das mag auf den ersten Blick kaum mehr als ein „Blip“ sein, weil man sein eigentliches Ziel ja nur über Umwege oder möglicherweise gar nicht erreicht. Bei Fortuna Kevin ist es jedoch vollkommen egal, wo man am Ende der Reise landet – der Trip ist es auf jeden Fall wert! (Text: Thomas Weiß)

